Ad Networks Unit im BVDW auf der Suche nach Alternativen

Halten wir uns kurz zur Einstimmung mal die Ziele der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (AGOF) vor Augen: Man verstehe sich, heißt es unter www.agof.de, als eine Organisation, „die unabhängig von Individualinteressen für Transparenz und Standards in der digitalen Werbeträgerforschung sorgt“. Ein hehres Ziel. Zwei lange Jahre hat die Unit Ad Networks im BVDW mit der AGOF über eine Ausweisung der Ad Networks in den Internet Facts diskutiert. Leider ergebnislos. Eine planbare Grundlage könne dafür nicht geschaffen werden, so jetzt die überraschende Begründung, obwohl die Grundsituation der Arbeitsweise von Ad Networks ja von Anfang an bekannt gewesen war. Das ist sehr schade: Für die Ad Networks, vor allem aber für den gesamten Online-Marketing-Markt, für die Agenturen genauso wie für die Werbungtreibenden.
Bedeutende Marktplayer wie die Ad Networks (allein ValueClick Media erreicht ca. 78 Prozent der deutschen Internet-User) bleiben in diesem Branchenranking außen vor. Unbefriedigend für alle. Erst recht natürlich für unsere Marktpartner in den Agenturen, die ihren Online-Planungen immer noch keine einheitliche Währung zugrunde legen können und damit immer noch keine vergleichbaren Datensätze besitzen. Wie war das nochmal: Transparenz? Standards? Zugegeben: Die Umsetzung ist nicht ganz trivial. Bei der AGOF geht es um eine seitenzentrierte Messweise, Ad Networks hingegen brauchen eine User-/AdImpression-basierte Zählweise. Sofern beide Werte nicht methodisch vereinbar sein sollten, könnten sie zumindest parallel ausgewiesen werden – sofern dies von allen gewollt ist.
Wie geht es jetzt also weiter? Wir – in diesem Fall die Unit Ad Networks im BVDW – ziehen Alternativen in Betracht. Nielsen kommt dafür in Frage, Comscore oder andere internationale Partner. Die Reichweiten von ValueClick Media und vielen anderen Marktbegleitern werden schon jetzt international von Comscore ausgewiesen – auch für den deutschen Markt. Insofern wäre dies für uns eine praktikable Lösung. Gleichwohl: Eine einheitliche Währung mit den klassischen Vermarktern wäre für den gesamten Markt die bessere Alternative – die derzeit nicht realisierbar ist.

Mobile Advertising Networks – das neue Must-Have

Der Markt für Mobile Advertising boomt. Zu diesem Schluss kommt eine vom Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. in Auftrag gegebene Studie. Um 40 Prozent erweiterte sich der Mobile Advertising Markt allein im Jahr 2010. Als Wachstumstreiber gilt dabei vor allem die steigende Smartphone-Nutzung.

Bereits jetzt beträgt das Marktvolumen in den USA 1,1 Milliarden US-Dollar. Bis 2013 wird ein hundertprozentiges Wachstum erwartet. Damit stehen Ad Networks vor einer neuen Herausforderung: Wie lässt sich Mobile Advertising erfolgreich in das laufende Geschäft integrieren?

ValueClick, der weltweit führende Anbieter performanceorientierter Online Marketing Lösungen, hat sich  gegen den Aufbau eines eigenen Mobile Advertising Networks entschieden. Stattdessen verkündet das Unternehmen die Übernahme des reichweitenstarken US-Netzwerkes Greystripe.

Damit profitiert ValueClick nicht nur von bereits gefestigten Kontakten zu Brand Advertisern, sondern greift auch auf entsprechendes Know How auf dem schnell wachsenden Markt mobiler Werbung zurück. Als neues Tochterunternehmen von ValueClick Media kommt Greystripe im Gegenzug die hohe Marktrelevanz des Online Marketing Spezialisten zu Gute.

Die wichtigsten Fragen zum Thema „Real-Time Bidding“

Im Interview stellt sich Christan Geyer, General Manager bei ValueClick Deutschland, unseren Fragen zur neuen Echtzeittechnologie.

 Christian Geyer, General Manager DACH & CEE

all about adnetworks: Herr Geyer, was ist Real-Time Bidding?

 

Christian Geyer: Real-Time Bidding sind Echtzeitauktionen für Display-Werbung. Geboten wird in der kurzen Zeitspanne, die zum Laden der Website und Anzeigen der Werbung auf der Seite benötigt wird. Wer das höchste Gebot für eine bestimmte AdImpression abgibt, darf seine Anzeige ausliefern.

all about adnetworks: Wie unterscheidet sich Real-Time Bidding von bisherigen Online Marketing-Anwendungen?

 

 

Christian Geyer: Beim Real-Time Bidding geht es vor allem um eine user-zentrierte Auslieferung der Onlinewerbung statt wie bisher um das Umfeld. Der Preis für jede einzelne AdImpression wird im Moment der Anfrage dynamisch gebildet. Diese beiden Aspekte führen zu einer Effizienzsteigerung für beide Seiten und einem marktgerechten Preis – bezogen auf den Wert des einzelnen Users. So profitieren auch Publisher, vor allem die vielen kleinen Nicht-Premium Anbieter, von besseren Monetarisierungschancen.

all about adnetworks: Welchen Vorteil haben Werbungtreibende vom Real-Time Bidding?

 

Christian Geyer: Dank des auktionsbasierten Ein- bzw. Verkaufs von Display-Werbung kommt es beim Real-Time Bidding zu einer marktkonformen Preisbildung. Da hierbei modernste (Re)-Targeting-Technologien eingesetzt werden, kann die Zielgruppe zudem effizienter – also weitgehend ohne Streuverluste – angesprochen werden. Der Advertiser profitiert dabei von der hohen Reichweite und einem schnittstellenübergreifenden Frequency Capping.

all about adnetworks: Welchen Vorteil haben Publisher vom Real-Time Bidding?

Christian Geyer: Real-Time Bidding ist DER Trend im Bereich Display Werbung. Ein entsprechend starkes Nachfragewachstum kann deshalb prognostiziert werden. Nach ersten Analysen werden beispielsweise in Amerika im kommenden Jahr mehr als 20 Prozent über dieses Echtzeitbietverfahren gehandelt werden. Dieses Wachstum dürfte zu einer stärkeren Auslastung der Werbeflächen führen – insbesondere im Bereich des Non-Premium-Inventars. Longtail-Publisher können den Wert des Besuchers ihrer Website besser für sich realisieren und somit ihren Umsatz maximieren.

 

all about adnetworks: Welche technischen Voraussetzungen müssen Werbungtreibende und Agenturen treffen, um an diesen Echtzeit-Auktionen teilnehmen zu können?

 

Christian Geyer: Die Advertiserseite braucht die entsprechenden technischen Plattformen, um am Real-Time Bidding teilnehmen zu können. Das können Ad Networks, Marktplätze oder Demand Side Plattformen sein. Die Anbieter von Real-Time Bidding wiederum müssen Schnittstellen (z.B. zu den Yield-Optimierern) und Prozesse in ihren Buchungssystemen implementieren. Ausreichend große Rechenzentren sind ebenfalls Voraussetzung, um die Datenverarbeitung in Echtzeit sicherzustellen.

 

all about adnetworks: Wie groß ist das Marktvolumen von Real-Time Bidding in Deutschland mittelfristig?

 

Christian Geyer: Die US-Firma Appnexus geht davon aus, dass mehr als 20 Prozent der Display Werbung im kommenden Jahr in Amerika über Echtzeitbietverfahren gehandelt werden. Mit einer Zeitverzögerung von etwa zwei Jahren geht ValueClick für den deutschen Markt von einer ähnlichen Größenordnung aus.

all about adnetworks: Wie wird Real-Time Bidding den Online-Markt verändern?

 

Christian Geyer: Der Online-Werbemarkt wird sich durch den Einsatz von Real-Time Bidding neu ordnen. Die Bedeutung der Ad Networks wird dabei steigen. Sie verfügen über entsprechend große Reichweiten – so erreicht ValueClick Media beispielsweise über 78 Prozent der deutschen Internetuser – und Datenbanken (750 Millionen Nutzerprofile bei ValueClick weltweit). Dies ermöglicht eine exakte Zielgruppenansprache. Zudem gewinnen durch Real-Time Bidding gerade viele weitere Marktteilnehmer an Bedeutung – etwa die Yield-Optimierer, Supply Side- und Demand Side-Plattformen.

 

all about adnetworks: Ab wann wird ValueClick Media in Deutschland Real-Time Bidding anbieten?

 

Christian Geyer: ValueClick Media wird ab dem zweiten Quartal 2011 Real-Time Bidding auch in Deutschland anbieten. Damit gehört das Unternehmen zu den Vorreitern in diesem Bereich. Seit Ende 2010 wird für den Launch das europäische Rechenzentrum von ValueClick in Stockholm massiv aufgerüstet.

all about adnetworks: Mit welchen Partnern stellt ValueClick das Funktionieren der Echtzeitauktionen sicher?

 

Christian Geyer: Schon vom Start weg wird ValueClick Media zu allen bedeutenden Yield-Optimierern und Ad Exchanges entsprechende Schnittstellen anbieten – etwa zu Rubicon Project und Admeld sowie zur Doubleclick AdExchange von Google. Die notwendige Technologie wurde 2010 in den USA gelauncht und bereits ausgiebig getestet.

all about adnetworks: ValueClick bietet Real-Time Bidding in Amerika schon seit Herbst 2010 an. Wie fällt die Bilanz aus?

 

Christian Geyer: Positiv. Die Anbindungen und Tests mit Google AdExchange, Admeld und Rubicon verliefen sehr gut, die Schnittstellen werden sukzessive weiter ausgebaut.

all about adnetworks: Inwieweit spielt das Thema Datenschutz beim Real-Time Bidding eine Rolle?

 

Christian Geyer: Beim Real-Time Bidding werden – wie auch im klassischen Vermarktungsbetrieb –  keine personenbezogenen Daten erhoben und ausgewertet. ValueClick nutzt lediglich Cookies, denen eine Vielzahl verschiedener Attribute zugeordnet wird. Die Daten sind anonym und es kann zu keiner Zeit Rückschluss auf eine bestimmte Person erfolgen. ValueClick nimmt das Thema Datenschutz sehr ernst und arbeitet selbst aktiv an entsprechenden Initiativen zur Selbstregulierung mit.

Real-Time Bidding vervollständigt Sales-Kanäle

Real-Time Bidding macht das digitale Anzeigengeschäft vielfältiger, aber auch komplexer. Anstatt den traditionellen Nachfragemarkt zu ersetzen, ergänzt die neue Technologie die bisherigen Sales-Kanäle. Zu diesem Schluss kommt das kürzlich veröffentlichte Whitepaper des Yield-Optimierers Rubicon Project.

Nur das Zusammenspiel von Tausender-Kontakt-Preis und Auslieferungsrate kann eine optimale Auslastung des Inventars und damit maximale Erträge ermöglichen. Denn nicht alle Impressions lassen sich im Auktionsverfahren zu einem guten Preis verkaufen. Der Direktverkauf zählt damit – neben AdNetworks, Exchanges und internationalen Resellern – immer noch zu den Key Channels der meisten Publisher.

Doch das Potenzial von Real-Time Bidding ist nicht zu unterschätzen: Diese neue Marketingdisziplin arbeitet in höchstem Maße ergebnisorientiert und setzt auf individuelle Zielgruppen statt großer Datenvolumina. Mit den in den Auktionen entstandenen, marktkonformen Preisen können Publisher den Wert ihres Gesamtinventars besser belegen. Aber auch Advertiser profitieren von der gezielten Nutzeransprache und einem damit verbundenen gesunkenen Werbeeinsatz.

Kritisch sehen Advertiser im Moment noch das Thema Markenschutz. Publisher dagegen beschäftigen mögliche Störfälle (Technik, Qualität, Kurs) im System: Die Angst vor einem Datenleck und der unfreiwilligen Preisgabe aller gesammelten Informationen ist groß. Hinzu kommt die Furcht des Kontrollverlusts, wenn bisher direkt verkauftes Inventar für Markenkäufer über das Bietverfahren in Echtzeit angeboten wird.

Fazit:

Garantieren die Real-Time Bidding Plattformen Transparenz, steht einer erfolgreichen Ertragsoptimierung durch die Ergänzung der traditionellen Verkaufskanäle um das Bietverfahren in Echtzeit nichts mehr im Wege.

Teil 5 unserer Serie „ValueClick-Mitarbeiter stellen sich vor“

In diesem Teil unserer Mitarbeiter-Serie stellt sich Sebastian Kröning unseren Fragen. Er arbeitet als Head of Business Development & Operations bei ValueClick Media.

Sebastian Kröning

all about adnetworks: Sebastian, wie sieht dein Arbeitsalltag in fünf Worten aus?
Sebastian Kröning: Probieren, Analysieren, Bewerten, Verhandeln, Managen
all about adnetworks: Warum arbeitest du bei ValueClick?
Sebastian Kröning: Weil ich bei ValueClick das tun kann was den Kaufmann ausmacht: Kaufen und Verkaufen – und zwar richtig viel Traffic. Das ValueClick System ist in diesem Punkt gnadenlos transparent. Jeder Publisher kann jederzeit genau kontrollieren, was er womit verdient. Der vermeintliche Widerspruch zwischen günstigen Preisen für ValueClick Advertiser auf der einen Seite und guten TKPs für ValueClick Publisher auf der anderen Seite wird dabei durch präzises Targeting über unseren AdServer aufgelöst.
all about adnetworks: Welchen Berufswunsch hattest du als Kind?
Sebastian Kröning: Stuntman.
all about adnetworks: Was trifft eher auf dich zu? Aufschieber oder Vorarbeiter? Früher Vogel oder Nachteule? Kaffee-Junkie oder Tea-Timer?
Sebastian Kröning: Vorarbeiter. Nachteule. Tea-Timer.
all about adnetworks: Was überlebt bei dir keinen Klick?
Sebastian Kröning: Facebook Fake-Banner mit Abofallen
all about adnetworks: Wie ist deine Definition von Targeting?
Sebastian Kröning: Wirklich gutes Targeting macht aus Werbung Informationen mit individuellem Mehrwert für den Betrachter.
all about adnetworks: Was ist dein peinlichstes Bookmark?
Sebastian Kröning: www.bild.de
all about adnetworks: Wie sieht dein Hintergrundbild auf dem PC aus?
Sebastian Kröning: Windows 7 Wallpaper „Leuchtturm an der Küste im Sonnenuntergang“. Dabei denke ich immer an den alten Werbespot in dem ein Typ in einem VW Bully mit einem Laptop am Meer arbeitet.
all about adnetworks: Was war, deiner Meinung nach, die beste Erfindung aller Zeiten?
Sebastian Kröning: Das Internet
all about adnetworks: Wie lange würdest du es ohne PC, Internet und Handy aushalten?
Sebastian Kröning: Ziemlich lange wenn ich die richtige Ablenkung habe! Kleine Bettlektüre: Robinson Crusoe: Seine ersten Seefahrten, sein Schiffbruch und sein siebenundzwanzigjähriger Aufenthalt auf einer unbewohnten Insel.

Höhere Etats für Ad Networks

Ad Networks bleiben weiter auf Wachstumskurs – diesen Schluss legt eine aktuelle Befragung des BVDW unter Online Marketing-Experten im deutschsprachigen Raum nahe. Basis der Untersuchung: die Auswertung einer Online-Fragebogenaktion zum künftigen Einsatz von Performance Marketing Instrumenten, Investitionsvorhaben und angewandter Erfolgskriterien, an der 134 Media-Entscheider teilgenommen haben.

Ein zentrales Ergebnis: Fast 60 Prozent der befragten Unternehmen setzen bereits Display Werbung über Ad Networks ein. Tendenz weiter steigend. Über Zwei Drittel wollen in diesem Jahr vermehrt in diesen Kanal investieren – deutlich mehr als beispielsweise in die Bereiche SEM und SEO (42 Prozent bzw. 46 Prozent). Lediglich das Hype-Thema Social Media läuft Ad Networks derzeit den Rang ab. Für Facebook, Twitter & Co. wollen 70 Prozent der Befragten mehr Budget bereitstellen.

So gleichermaßen stark das Wachstum von Display Werbung über Ad Networks und Social Media ist, in einem wesentlichen Punkt unterscheiden sich die beiden Online Marketing-Disziplinen deutlich: in der Erfolgsmessung. Während es hierfür im Bereich Social Media noch keine allgemein gültigen Parameter gibt, gelten bei Schaltungen in den Ad Networks klare Erfolgskennziffern: Über 65 Prozent beurteilen den Erfolg ihrer Online Werbung hierbei vollkommen richtig unter dem Gesichtspunkt von ROI, Conversion Rate, CPX und CTR.

Ein wesentlicher Wachstumstreiber für die Ad Networks ist dabei das User Retargeting. Mittlerweise wird dieses Online Marketing Instrument von 79 Prozent der befragten Unternehmen eingesetzt. Weitere 16 Prozent haben es für dieses Jahr auf der Agenda.

Die Studie beweist: Ad Networks können ihre Stellung im Online Marketing Mix weiter ausbauen. Gleichzeitig hat das User Retargeting eine breite Akzeptanz bei den Werbungtreibenden erreicht. Ein taktisch wohl überlegter, differenzierter Einsatz dieses Tools wird dabei ein wesentliches Erfolgskriterium für die Zukunft sein.

Details zu den Ergebnissen finden Sie hier.

Display-Werbung knackt die Drei-Milliarden-Euro-Grenze

Der Online-Werbemarkt ist weiterhin kräftig im Aufwind: Dank eines Wachstums um 26 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro hat sich das Internet 2010 als zweitstärkstes Werbemedium nach TV im Mediamix etabliert. Der Online-Anteil erreichte 2010 mit 19,2 Prozent fast ein Fünftel des Gesamtwerbemarkts, so die Zahlen des Online-Report 2010/11, den der Online-Vermarkterkreis (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. am Montag veröffentlicht hat.

Ein Ergebnis freut uns an dieser Stelle natürlich ganz besonders: Das stärkste Segment im Online-Werbemarkt ist eindeutig die Display-Werbung. Sie hat mit einer Zuwachsrate von satten 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr zum ersten Mal die 3-Milliarden-Euro-Grenze überschritten. Mit insgesamt 3.151 Millionen Euro verzeichnet Display-Werbung damit den höchsten Wert aller Online Marketing-Disziplinen, gefolgt von Suchwortvermarktung und Affiliate-Netzwerken. Besonders beliebt: die Formate Wallpaper, Super Banner und Rectangle.

„Display-Werbung ist zweifellos das Pflichtprogramm für jeden Online-Werbungtreibenden“, erklärt Christian Geyer, Country Manager von ValueClick, „für dieses Jahr erwartete ich einen weiterhin signifikanten Anstieg. Wachstumstreiber in 2011 wird das Realtime Bidding sein. Angereichert mit Profil-Daten aus Re-Targeting-Systemen eröffnen diese Echtzeit-Auktionen eine völlig neue Dimension in Sachen Effizienz“.

Alle Zahlen zum Online-Werbemarkt 2010 in Deutschland sowie die Prognose für 2011 gibt‘s unter www.bvdw.org sowie www.ovk.de.

Reichweitenmessung für Adnetworks

Seit nunmehr fünf Jahren veröffentlicht die AGOF (Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung) eine Markt-Mediastudie, die sogenannte internet facts. Sie entwickelte damit auch einen Reichweitenstandard zur Darstellung und Vergleichbarkeit der Online-Angebote. Das kostspielige Messverfahren basiert auf einer Kombination aus Site (Werbeträger)-basierender Messung des Traffics (auf Basis der Unique User) und begleitender Marktforschung. Um die Leistungsdaten entsprechend zu erfassen, müssen Vermarkter auf allen auszuweisenden Werbeträgern Pixel implementieren, um die korrekte Messung durch einen externen Dienstleister sicherzustellen.

Dieses System wird meiner Meinung nach der aktuellen Marktentwicklung schon seit längerem nicht mehr gerecht. Es deckt nur sehr einseitig einen Teil des gesamten Onlinewerbe-Marktes ab. Bereits In 2009 wurden in Deutschland signifikante Budgets über AdNetworks und/oder Marktplätzen abgewickelt, teilweise wird der Anteil auf 20-25% aller Mediabuchungen geschätzt – Tendenz steigend. Diese Marktteilnehmer werden bei der derzeitigen AGOF Ausweisung jedoch nicht berücksichtigt.

Woran liegt das? Ein Adnetwork bietet u.U. Tausende unterschiedlicher Werbeträger und Aber-Tausenden von Werbeplätzen an. Diese können nach der jetzigen AGOF Methodik nicht ausgewiesen werden. Die Site-konzentrierte Sichtweise des Messverfahrens widerspricht im Grunde der Funktionsweise von Adnetworks. Diese bieten ein dynamisches Angebot an buchbaren Werbeplätzen, deren Reichweite anhand von erreichten Usern und Zielgruppen beschrieben wird – unabhängig von den AdImpressions bestimmter Seiten.

Um der Mediaplanung auch in Zukunft marktgerechte Planungstools an die Hand zu geben, müsste ein weiterer, notfalls separater Reichweitenstandard für Netzwerke geschaffen werden. Notwendig sind Daten, wie sie beispielsweise comScore schon heute ausweist.

Grundsätzlich entscheidend für den Erfolg der Onlinewerbung ist der tatsächlich erreichte User, insbesondere bei Reichweitenbuchungen rückt das Umfeld dabei heutzutage immer mehr in den Hintergrund, die Werbung wird bei diesem Ansatz über die Definition der Zielgruppe gesteuert.

In Zukunft zählt es, den User zielgerichtet gemäß seiner Interessen anzusprechen. Darüber entscheidet nicht unbedingt allein das Umfeld, in dem er sich aufhält, sondern die Information, die über den User vorliegen. Aus diesem Grund sind heute Retargetingtechnologien so gefragt, denn durch sie kann man den User, der zuvor Interesse gezeigt hat, gezielt nochmals ansprechen. Kurzum: Agenturen müssen neben oder im Planungstool TOP auch geeignete Planungsdaten für Adnetworks an die Hand bekommen. Denn was für sie und den Kunden ständig wichtiger wird, ist, den individuellen User zu einem für ihn optimalen, kalkulierbaren ROI zu erreichen.

Real-Time Bidding für Display Ads: Höchste Zeit für Echtzeit

Real-Time Bidding ist in aller Munde. Die webselling berichtet darüber, in der Internet World Business ist es das Titelthema der aktuellen Ausgabe. „Auch bei Bannerwerbung gewinnt Real-Time Bidding immer mehr an Bedeutung“, so der Tenor. Doch warum sind diese Echtzeit-Auktionen für Online-Display-Werbung derzeit DAS Trendthema?

„Durch den auktionsbasierten Ein- bzw. Verkauf kommt es zu einer wirklich marktkonformen Preisfindung“, so Christian Geyer, Country Manager von ValueClick. Nie zuvor konnten Zielgruppen so effizient angesprochen werden. „Unsere Erfahrung mit den bisherigen Kampagnen war, dass der Werbekunde etwa 30-40 Prozent mehr Medialeistung für das eingesetzte Budget bekommen hat“, bestätigt Pascal Hohmann, Account Group Head Interaction bei Mediaedge CIA, diesen Trend aus Agentursicht in der aktuellen IWB.

Doch wie es bei Trends immer so ist, wollen nicht alle dem uneingeschränkt folgen. Einer davon ist Wolfgang Bscheid, Geschäftsführer von Mediascale. In einem Fachbeitrag für Adzine nennt er als Gründe für seine Skepsis unter anderem datenschutzrechtliche Barrieren und die fehlende Bereitschaft der Unternehmen, gewonnene Kundendaten freizugeben. Bscheid hält es außerdem für schwierig, das jetzige Konditionsmodell für Agenturen in Real-Time Bidding Prozesse zu integrieren. Seiner Meinung nach sind diejenigen Anbieter am besten aufgestellt, die über ausreichend Käuferprofile zur Reichweitenselektion verfügen.

Auch wenn Christian Geyer die Vorbehalte von Wolfgang Bscheid nicht teilt, bestätigt er doch die zunehmende Relevanz von Reichweite und gezielter Kundenansprache (Targeting). So verfügt beispielsweise ValueClick über 750 Millionen anonyme Nutzerprofile, eine Basis, die die exakte Zielgruppenselektion ermöglicht. „Die entscheidenden Kriterien für erfolgreiches Real-Time Bidding sind Technologie UND Reichweite. Unternehmen, die über diese beiden Wettbewerbsvorteile verfügen, werden sich langfristig durchsetzen“, ist sich Christian Geyer sicher.

Fazit: Lassen sich mit der neuen Echtzeit-Technologie Kundenziele erst einmal schneller und günstiger erreichen, wird sich kaum eine Agentur vor dieser Entwicklung verschließen können.

Weltweiter Trend oder Schnapsidee? Die Adnetworks der Medienmultis

„Time Axcess liefert Marketern das beste aus beiden Welten: Umfelder aus den bekannten Time Inc Brands und die Gewissheit, dass ihre Werbebotschaften die richtige Zielgruppe erreichen.“ Solche und ähnliche markigen Ankündigungen könnten wir demnächst möglicherweise noch öfter lesen. Wie das amerikanische Publisher Network jetzt berichtet (http://thepublishernetwork.com/blog/trends-in-online-ad-network-industry/), erwägen die großen Medienhäuser in den USA offenbar, eigene Adnetworks zu etablieren. Ein neuer weltweiter Markttrend? Zweifel sind angebracht. Reine Umfeldplanung verliert an Bedeutung, hohe Investitionen beispielsweise in Targeting-Technologien sind notwendig, kleinere und mittlere Verlage können mangels Reichweite nicht von einer solchen, möglichen Entwicklung profitieren, der Non-Premium-Bereich wächst im Online-Markt deutlich stärker als der von den Medienhäusern meist angebotene Premium-Bereich und, und, und. Unser Fazit: Dass Medienhäuser in der jetzigen Zeit nach neuen Erlösquellen suchen, ist nachvollziehbar. Im Markt der Adnetworks können sie dabei aber maximal eine Ergänzung zu den Big Playern sein.