Zehn Vorurteile gegenüber Cookies
Die EU-Ratspräsidentenschaft erwägt eine Neufassung des Artikel 5 der Richtlinie zur Privatsphäre und Elektronische Kommunikation (kurz: ePrivacy-Richtlinie). Im Kern geht es darum, über ein Opt-out-System ein Zustimmungsverfahren für Cookies einzuführen. Ziel der Eurokraten ist dabei ein besserer Datenschutz für Internet-User. Eine gut gemeinte Zielsetzung, die jedoch bei den Verbrauchern und Internetsurfern große Verunsicherung in Bezug auf den Einsatz von Cookies ausgelöst hat. Hier wollen wir Sie über einige Unwahrheiten und Klischees aufklären:
1) Cookies erschweren das Surfen im Internet
Richtig ist: Cookies vereinfachen eher das Surfen im Internet. Sie speichern Einstellungen wie Sprache, Nutzername und Passwörter und ermöglichen im E-Commerce individuelle Empfehlungen.
2) Als User ist man Cookies hilflos ausgeliefert
Richtig ist: Jeder User kann sich schon jetzt gegen Cookies entscheiden – so kann man durch die Browsereinstellung die Cookies wieder löschen. Außerdem bieten viele Anbieter schon jetzt Opt-Out Möglichkeiten für ihre Cookies.
3) Cookies speichern personenbezogene Daten
Richtig ist: Die Erhebung von personenbezogenen Daten wie Name und Email-Adresse dürfen laut Telemediengesetz (§ 12) nur erhoben werden, wenn der Nutzer vorher explizit eingewilligt hat. Viel wichtiger: Die Werbewirtschaft sammelt mit Cookies gar keine personenbezogenen Daten, sondern nur anonyme Nutzungsmerkmale, über die sich zu keiner Zeit eine bestimmte Person identifizieren lässt.
4) Nutzer werden nicht ausreichend über Cookies informiert
Richtig ist: Über entsprechende Datenschutzbestimmungen („Privacy Policy“) informieren Diensteanbieter und Verbände die Nutzer schon jetzt über Zweck und Einsatz von Cookies.
5) Die neue ePrivacy-Richtlinie vereinfacht das Surfen im Internet
Richtig ist: Die angedachte Neufassung der ePrivacy-Richtline ist kontraproduktiv: Sie verlangsamt und verkompliziert den Umgang mit dem Internet, wenn Nutzer im Extremfall jedes Mal erneut zustimmen müssen, bevor ein Cookie gesetzt werden darf.
6) Cookies nützen niemanden etwas
Richtig ist: Cookies sind die wirtschaftliche Grundlage für die gesamte Online-Wirtschaft. Ohne sie ist ein Messen und Aussteuern der Werbung unmöglich. Davon profitieren Kunden, Agenturen, Website-Betreiber, aber auch die Nutzer. Oder wollen Sie künftig für Angebote wie sueddeutsche.de, spiegel.de etc. bezahlen?
7) Durch Cookies bekommen User noch mehr Werbung eingeblendet
Richtig ist: Cookies ermöglicht ein gezielteres Aussteuern der Werbung entsprechend der Interessen des Users. Vor allem: User bekommen einzelne Werbemotive nur in einer bestimmten Häufigkeit eingeblendet (Frequency Capping)
8 ) Verschärfte Cookie-Regelungen sind ein weltweites Thema. Die EU muss als Vorbild strenge Richtlinien schaffen
Richtig ist: Eine EU-weite Verschärfung der Cookie-Regelungen verzerrt den weltweiten Wettbewerb. Da derartige Regelungen in anderen Regionen nicht so restriktiv umgesetzt werden bzw. noch gar nicht geplant sind, ergeben sich hieraus Nachteile für europäische Website-Betreiber und Werbekunden.
9) Die Verschärfung der Cookie-Regelung schafft intermediale Chancen-Gleichheit
Richtig ist: Eine Verschärfung der Cookie-Regelungen würde die Online-Branche im intermedialen Wettbewerb benachteiligen. Oder welche staatliche Instanz regelt, welchen TV-Spot Zuschauer vor dem Bildschirm sehen wollen?
10) Der EU geht es um den Verbraucherschutz
Richtig ist: Die möglichen Gefahren des Internets werden durch die neue EU-Regelung überproportional stark hervor gehoben und als Wahlkampfthema missbraucht. Publishern, Website-Betreibern und Medienanbietern im Netz wird dagegen ein latenter Datenmissbrauch und damit grundsätzlich eine unredliche Absicht unterstellt.
Hier noch eine amüsante Video-Interpretation zum Thema Cookies: Viel Spaß!
How can cookies make your surfing experience convenient? – Animated Explanations
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